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Am 18. Juni: Spreeufer-Privatisierung per Auktion

Die ehemalige Seifenfabrik in der Köpenicker Straße 50-52, die bunt bemalte Gründerzeit-Ruine mit dem hohen Industrieschornstein unweit der Michaelbrücke, soll am 18. Juni versteigert werden. Das ganze findet ab 14 Uhr statt im „abba Berlin Hotel“ in der Lietzenburger Straße 89 Höhe Knesebeckstraße, unweit des Kudamms. Uhlandstraße ist der nächste U-Bahnhof.

Das Grundstück ist eines von vielen aus Berlin, Brandenburg und Leipzig, 47 genauer gesagt, die an diesem Tag unter den Hammer kommen. Die Beschreibung des Objekts findet sich im Auktionskatalog (PDF, 8 MB) auf den Seiten 14/15. Zum Grundstück gehört auch ein Teil direkt an der Köpenicker Straße, dort wo der Allam Gebrauchtwagenhandel drauf ist (aber nur die Hälfte davon, die sind auch auf der Nr. 53), sowie die schmale Zufahrt nach hinten, die auch zum Kiki Blofeld führt.

Im Auktionskatalog steht: „Die Auktionen sind öffentlich, der Zutritt ist gewährleistet, das Hausrecht liegt aber ausschließlich bei den Auktionatoren, die auch von Fall zu Fall über die Teilnahme von Bietern an der Auktion entscheiden können.“

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Was kommt nach dem Aktionstag?

Am Freitag (11. Juni) gibt es ein Nachbereitungstreffen zum Aktionstag, um 19 Uhr in/vor der NewYorck, Mariannenplatz 2a. Dabei soll es nicht nur darum gehen, was am 5. Juni alles gut oder weniger gut lief oder um die abschließende politische Einschätzung des Aktionstages, sondern auch um die Frage, was nun als nächstes anliegt.

Da wäre auf der einen Seite die Folgen des Aktionstages: Rund 25 Leute haben deutlichen Ärger von den Grünkitteln bekommen, und welche Verfahren dem entwachsen, müssen wir noch abwarten. Mit Repressionskosten ist aber zu rechnen, und wir sollten für den Fall der Fälle vernetzt bleiben, damit niemand allein bleibt damit. Und auch für die Vorbereitung vom Mediaspree entern! wurde einiges Geld ausgegeben, was irgendwoher wieder hereinkommen muss: Die technische Infrastruktur, Druck- und Anmeldekosten, die Lautsprecherwagen, alles kostet in diesem verf***ten System Geld…

Und dann wäre da noch die Frage: Wie weiter mit dem Widerstand gegen Mediaspree? War Mediaspree entern! nur ein Bündnis für einen Aktionstag, oder geht es weiter damit? Wollen wir den nächsten großen Wurf planen oder lieber erstmal kleine Schritte machen? Dafür würden sich verschiedene Anlässe anbieten, die sowieso anstehen und bei denen wir Mediaspree entern! jedes Mal wieder aufs Tablett bringen könnten:

12.6. 12 Uhr Krisendemo mit antikapitalistischem Block und Recht-auf-Stadt-Aufruf
12.6. 15:30 / 16 Uhr Freiraum-Demo von Friedrichshain und Neukölln aus zur Köpi
14.6. 10 Uhr Innenausschuss im Abgeordnetenhaus (mit Thema Polizeigewalt am 5. Juni)
18.6. 14 Uhr Spreeufer-Auktion: Versteigerung der alten Fabrikruine neben dem Ex-Schwarzen Kanal
19.6. 14 Uhr NewYorck Sommerfest mit MS-entern-Stand
20.6. 16 Uhr Aktion gegen A100-Verlängerung
26.6. 9 Uhr SPD Landesparteitag mit Beschluss zur A100
10.7. Megaspree-Parade
10.-19.9. Intersquat Festival
ab 18.9. Aktionstage gegen kommerzielle Stadtumstrukturierung

Aktiv werden gegen Autobahnpläne!

Ein Großprojekt, das mit Mediaspree zusammen hängt, ist die Verlängerung des Berliner Stadtautobahnrings A 100 von Neukölln bis zum Treptower Park, sowie im nächsten Schritt unterm Ostkreuz durch bis zur Frankfurter Allee. Damit soll das Investorenprojekt Mediaspree einen direkten Autobahnanschluss bekommen. Geopfert werden sollen dafür einige Wohnhäuser und eine große Zahl von Gärten. Folge wird auch eine zunehmende Verkehrsbelastung rund um die neuen Anschlussstellen der Autobahn sein – gerade im Bereich Elsenbrücke wird ein Zusammenbrechen des Verkehrs durch die Konzentration bedeutender Straßen erwartet. Und: Neue Straßen bedeuten auch mehr Verkehr.

Am Dienstag soll sich ein Aktionsbündnis gegen den Autobahnbau gründen. Anlass ist der bevorstehende Landesparteitag der SPD am 26. Juni, bei dem vorraussichtlich die Entscheidung für oder wider Autobahnbau fallen wird. Die Linkspartei hat sich zwar bereits gegen die Autobahn entschieden, führende Politiker kündigten aber an, sich aus Regierungsopportunismus nicht gegen die SPD stellen zu wollen. Bis zum SPD-Parteitag soll daher noch gehörig öffentlicher Druck auf die Deligierten gemacht werden.

Diens­tag, 8. Juni, 20:30 Uhr im Ju­gend­club E-Lok (Las­ker­str. 6-8, Fried­richs­hain Nähe Ost­kreuz)

Alle Infos auf einen Klick…

Hier verweisen wir auf alle Infos zum Aktionstag, die sich in einzelnen Beiträgen und Unterseiten verbergen.

Zum Konzept des Aktionstags am 5. Juni findet ihr Erbauliches hier und in einem ausführlicheren Indy-Artikel.

Los geht es um 13:30 Uhr mit den beiden Demos vom Kotti und vom Boxi, die sich auf der Oberbaumbrücke treffen werden. Zur Friedrichshainer Demo spielen Revolte Springen auf, und es gibt einen Queer Block.

Ab 14 Uhr wird es auf der Falckensteinstraße, nahe der Oberbaumbrücke eine Kundgebung mit Infoständen, Live-Musik und aktuellen Infos zum Aktionstag geben. Außerdem wird es Infopunkte an der Köpi, beim Yaam und an der Bödi9 geben. Diese Orte und viele nette Anregungen für den Aktionstag könnt ihr dem reichhaltigen Kartenmaterial entnehmen. Auf 95,2 MHz wird es ab mittags ein Aktionsradio geben, und einen Twitter-Ticker gibt es dann auch. Ihr habt selbst tolle/wichtige MS-entern-Neuigkeiten zu berichten? Dann ruft das Infotelefon unter 0157 – 87 21 07 77 an.

Ab 15 Uhr soll die eigentliche Aktionsphase mit dem Besuchen von vier Mediaspree-Bauprojekten beginnen. Wir sind gespannt, was sich die verschiedenen Grüppchen und Initiativen daneben noch so alles ausgedacht haben. Bekannt geworden sind bisher das Anlegen von Anwohner/innengärten und das Skaten im Osthafen.

Um 18 Uhr wird es dann noch eine gemeinsame, wenn auch dezentrale Aktion geben: Die Lärmdemo. Am Abend wird dann immer noch genug Zeit sein, am Spreeufer zu feiern, zu chillen und weitere Pläne für den Widerstand gegen Mediaspree und gegen steigende Mieten auszuhecken.

Infopunkte für den Aktionstag

Am Mediaspree enter!-Aktionstag wird es eine straßenfestähnliche Kundgebung sowie drei Infopunkte geben. Alle sind auch in den aktualisierten Karten hier im Netz eingetragen. Leider nicht aber in den Karten der gedruckten Faltblätter – also einfach die Punkte aus der neuen Karte dort eintragen, fertig ist die Laube.

  • Kundgebung Falckensteinstraße (nahe Oberbaumbrücke) 14 – 21 Uhr: Infos, Initiativen-Stände, Livemusik, Grill
  • Infopunkt Bödickerstr. 9 (Rudolfkiez, nahe Osthafen):
    Infos, Demo-Sanitäter_innen
  • Infopunkt Yaam, Stralauer Platz 35 (nahe Ostbahnhof) 14:30 – 21 Uhr: Infos, Ausruhen
  • Infopunkt Köpenicker Str. 137 (Mitte, nahe Schillingbrücke) 14 – 21 Uhr: Infos, ab 15:30 Uhr Vokü

Die Infopunkte bekommen mit, was so gerade an Aktionen läuft und welche wichtigen Neuigkeiten es gibt. Dort sind Leute, die sich am Spreeufer auskennen, und es gibt einen Vorrat der gedruckten Karten. Hier könnt ihr auch Bescheid sagen, wenn ihr selbst etwas wichtiges erfahren habt, das auch andere mitbekommen sollten.

Was bitte ist eine „Lärmdemo“?!?

Für 15 bis 18 Uhr ist ja die eigentliche Aktionsphase für den Aktionstag vorgesehen. Natürlich könnt ihr auch zu anderen Zeiten gerne aktiv werden, auch an jedem anderen Tag im Jahr. Aber in dr Phase soll’s halt mal konzentriert werden, damit der Widerstand gegen Mediaspree und den kommerzielle Umbau der Stadt unübersehbar wird.

Damit er auch unüberhörbar wird, und damit alle nochmal eine gemeinsame Aktion zum Abschluss dieser Phase machen, ohne unbedingt nochmal alle an einem Ort zusammen kommen zu müssen, dafür haben wir uns die Idee der dezentralen Lärmdemo ausgedacht: Alle Leute gehen, wo auch immer sie ge­ra­de kurz vor 18 Uhr un­ter­wegs sind, mög­lichst nahe ans Spree­ufer und ma­chen da um Punkt 18 Uhr für ein paar Minuten ganz ge­hö­rig To­hu­wa­bo­hu, Kra­wall, Lärm eben.

Also bringt euch schon mal was mit, was dafür taugt, ob es nun die klassische Ratsche/Schnarre ist oder die Fußball-Tröte, ob es Trommeln sind oder scheppernde Bleche – vielleicht findet ihr ja auch noch etwas Feuerwerk vom letzten september, das ihr irgendwo bunkern könnt. (Damit bei ner Kontrolle erwischt werden, ist bestimmt nicht gut…) Auch der Klassiker Trillerpfeife kommt zur Lärmdemo bestimmt sehr gut zur Geltung.

Ein Sprecher von Mediaspree entern! beschrieb es bereits gegenüber Indymedia:

Wir werden alle dort ans Spreeufer gehen, wo wir gerade sind, zu unseren Lieblingsstellen oder den Objekten, die wir am stärksten ablehnen. Nun sind wir einige Minuten so laut wie möglich, veranstalten eine wütende Lärmdemo entlang der Ufer, die wir hiermit für uns alle einfordern. Nehmt Dinge mit, die laut sind und lasst euch zusätzliche Aktionen einfallen, spannt Transparente auf, klettert auf Gebäude oder springt in die Spree. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: seilt euch von einer Brücke ab, bringt Soundsystems mit, kommt mit dem Boot vorgefahren oder lasst einen Luftballon mit eurer Forderung steigen. Im Anschluss daran bleiben wir an Ort und Stelle: wir bauen, basteln, lachen, tanzen und grillen in die Nacht hinein, haben Zelte und Decken dabei und freuen uns auf die nächsten Proteste. – Denn wir kommen wieder, keine Frage.

Revolte Springen geben sich die Ehre…

Zum Auftakt der Friedrichshainer MS-entern-Demo am Samstag um 13:30 Uhr am Boxhagener Platz wird es einen kleinen Auftritt von Revolte Springen geben. Sie sind sowieso in der Gegend, da sie auch auf dem Kreutziga-Straßenfest auftreten werden.

Vielleicht spielen die dann ja auch ihre sehr gut zum Thema kommerzielle Stadtumstrukturierung passenden Lieder „Berlin 2070“, „Eine Stadt wie viele“ oder „Diese Stadt“.

Straßenfest und MS entern hatten sich leider parallel zu dem gleichen Termin entschieden, nun ist’s eben so. Es wird Sommer in Berlin, da häufen sich die Veranstaltungen…

Skaten und Boarden am 5. Juni

Für Skater_innen sind Beton-Brachflächen so etwas wie Oasen in der ansonsten zweckbestimmten Stadt. Auf dem letzten unbebauten Fleck am Osthafengelände (auf diesem Foto noch ohne Labels 2), kurz vor der Elsenbrücke, werden von einer Gruppe von Skatern und Fingerboardern seit einem Jahr liebevoll Skate- und Fingerboardrampen gebaut – ganz im Sinne: Spreeufer selber machen!!! Mittlerweile ist das Gelände ein beliebter Treffpunkt für die Berliner Finger- und Skateboarderszene geworden.

Doch das freie und unkommerzielle Projekt muss bald der Mode weichen, die sich eh keiner leisten kann. Als wäre Labels 2 nicht schon genug, sind nun noch Labels 3 und 4 als Neubauvorhaben geplant. Dafür will die städtische BEHALA auch noch die letzten kommunalen Flächen privatisieren.

Deswegen will nun auch diese Gruppe am 5. Juni auf sich aufmerksam machen. Wer Lust hat zu Grillen und zu boarden, zu pflanzen und Rampen zu bauen, ist auf diesem letzten unbebautem Fleck am Osthafen herzlich willkommen!

Wo geht’s lang am 5. Juni? – die beiden Demos

Die beiden Demos am Samstag, die jeweils um 13:30 Uhr in Kreuzberg und in Friedrichshain starten und den Aktionstag Medispree entern! einleiten, sind nun angemeldet und die Demorouten von höchstpolizeilicher Stelle akzeptiert worden. Und die Berliner Polizei erwartet großen Zulauf: Am Wochenende beginne schließlich der Sommer, begründete der Einsatzleiter seine Einschätzung, die Demos würden richtig groß werden. Nun denn. Auch wenn wir sonst nicht gerade dazu neigen, die Ansichten dieser Herren zu teilen: An dieser Stelle haben wir dem ausnahmweise nicht viel abzusprechen…

Genehmigt sind nun also zwei Routen, die vom Kottbusser Tor und vom Boxhagener Platz aus jeweils auf kleinen Kiez-Umwegen zur Spree führen und sich dort auf der Oberbaumbrücke treffen werden. Die Routen könnt ihr den beiden Karten entnehmen (drauf klicken zum Vergrößern).

Da die Berliner Polizei aber anscheinend nicht voll und ganz ihrer Autorität und ihrem Können vertraut, hat sie den Demoanmelder_innen folgende, zweifellos unverzichtbare Auflagen erteilt: 1. Keine Glasflaschen oder Getränkedosen. 2. Keine Schlauchboote (ja: auf der Demo!).

Im Anschluss an die sicherlich hochgradig staatstragende tränenrührende Vereinigung der beiden Demos auf der Oberbaumbrücke werden diese dann auch besser schnell beendet. Ab 15 Uhr findet dann einerseits für den Rest des Tages eine informative und unterhaltsame Kundgebung am oberen Ende der Falckensteinstraße statt.

Andererseits ist aus dem Media­spree entern!-Bündnis heraus angekündigt worden, dass ab 15 Uhr die Aktionsphase beginne, das eigentliche „Spreeufer selber machen“ und damit das Herz des Aktionstages.

Gar Schröckliches auf der F‘hain-Demo!

Der Widerstand gegen Mediaspree scheint sich mal wieder etwas auf seine Wurzeln zu besinnen. Zur Mayday-Parade 2006 hatte es nämlich – „Mediaspree versenken“ war als Initiative noch gar nicht geboren – einen Yuppieblock gegeben, der das damals in der linken Szene noch recht unbekannte, aber um so großspuriger daherkommende Investorenprojekt Mediaspree mit einem eigenen Wagen und Performances drum herum thematisierte.

Für die Friedrichshainer Demo zum Aktionstag am Samstag hat sich nun wieder ein Queer Block angekündigt, der die sterilen Investorenträume unter em Motto „Utopie des Schreckens“ aufs Korn nehmen wird. Los geht’s, wie der Rest der Demo, um 13:30 Uhr am Boxhagener Platz. Und wenn alles klappt, wird es später noch einen kleinen Auftritt auf der Kundgebung in der Falckensteinstraße geben.