Archiv der Kategorie 'Berichte'

Demo gegen Abriss der Eisfabrik

Da war doch was gewesen: Letzten Freitag nämlich eine der längsten Demos der Welt: von der Eisfabrik in der Köpenicker Straße 40/41 über den Bona-Peiser-Weg an Verdi vorbei (Blick auf das sagenhafte fünf bis zehn Meter breite Spreeufer dort) bis zur Schillingbrücke (Blick auf das abgesperrte Spreeufer vorm Ibis-Hotel). Laut Google.Maps satte 450 Meter!

Nein, im Ernst: Es war um den bevorstehenden Abriss der Kühlhäuser der Eisfabrik gegangen. Die stehen als älteste ihrer Art zwar immer noch unter Denkmalschutz, dürfen aber trotz zerstört werden. Die Mieter/innen im Vorderhaus befürchten aber auch, dass die TLG Immobilien als Eigentümerin Platz schaffen will für irgendein fieses Büroglaspalast-Neubauvorhaben. Das würde nicht nur die Aussicht vermiesen, sondern auch das Interesse der Eigentümer verstärken, die Mieter/innen raus zu ekeln und die Wohnungen in teures Eigentum umzuwandeln.

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Abriss-Alarm bei der Eisfabrik!

Berliner Eisfabrik: Rettet die Kühlhäuser!Seit vielen Jahren schon mischen sie auch bei Mediaspree versenken! mit, die Aktivisten von der BI zur Rettung der Eisfabrik in der Köpenicker Straße 40/41. Auf dem Gelände der Eisfabrik stehen vorne an der Straße ein Wohnhaus und hinten am Spreeufer das alte Gebäude, in dem früher die Eismaschine gearbeitet hat. Zwischen diesen beiden erstrecken sich die drei Kühlhäuser, in denen das produzierte Stangeneis eingelagert worden ist.

Die Eisfabrik gehört zu den ältesten noch erhaltenen, und die Kühlhäuser sind definitiv die ältesten. Deswegen steht das ganze Gelände auch unter Denkmalschutz. Das hat die TLG Immobilien (frühere Treuhand, inzwischen privatisiert) als Eigentümerin aber nicht davon abgehalten, das ganze Gelände in den letzten Jahren möglichst effektiv verrotten zu lassen. Auch Instandsetzungsverfügungen des Denkmalschutzamts waren jahrelang missachtet worden, auf einen wertsteigernden Abriss spekulierend. Tatsächlich hat das Amt dann einem Abriss der Kühlhäuser zugestimmt, wenn im Gegenzug die Maschinenhalle erhalten bleibt. Gegen diese Abrissgenehmigung, das skrupellose Profitstreben der TLG (sowie ihre fortwährenden Versuche, die MieterInnen des Wohnhauses zu vergraulen) wendet sich die BI, sie will die historischen Kühlhäuser retten.

Nun ist der BI zu Ohren gekommen, dass der Abriss Ende Mai losgehen soll. Deswegen wird es am 7. Mai um 18 Uhr eine Demo geben, beginnend vor der Eisfabrik.

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Lernen von woanders: Planern das Handwerk legen

In Hamburg gab es gerade ein schönes Beispiel, wie mit sogenannten „Info-Veranstaltungen“ der offiziellen Politik und Planungsbehörden umgegangen werden sollte. Die Politiker wissen nämlich ganz genau, was sie wollen, und die BesucherInnen werden meist konsequent in ihre Rolle als Publikum gepresst, das gefälligst den „Experten“ ihr Podium nicht in Zweifel zu ziehen hat. Und wenn es angebliche Beteiligungsangebote gibt, die über die bloß Meinungsäußerung hinausgehen würden, dann sind dies sowieso praktisch immer nur „Partizipationshäppchen“, die dem Abspeisen aufkommenden Protests dienen.

Also nicht drauf eingehen, sondern selbst die Veranstaltung in die Hand nehmen. Aber nicht einfach ausbuhen und abbrechen, sondern selbst in die Hand nehmen und mit Partizipation von unten beginnen. Das dachten sich offenbar genügend Leute, als der Bezirk Altona für Dienstag letzter Woche (13.4.) zur Vorstellung von Planungen für die Fläche eines real-Markts einlud, der demnächst aufgegeben werden soll – eine alte Rindermarktshalle zwischen Schanzenviertel und Millerntorstadion. Und hier ein spannender Bericht, was dann aus der Veranstaltung wurde. Auch beim Recht-auf-Stadt-Bündnis gibt es einen Artikel dazu. Und der Bezirk reagiert, wie üblich, wenn Partizipation nicht in die richtige Richtung läuft: Er spielt seine Machtposition aus, die von der Lokalpresse gedeckt wird, und verleumdet den Protest und Ansätze zur selbstbestimmten Beteiligung: Alles gewalttätige Chaoten, Autonome halt, die man zukünftig ausschließen müsse.

Da hat jemand kapiert: Für die herrschende Politik ist es enorm wichtig, dass sie die Spielregeln bestimmt. wenn diese durch Proteste missachtet und grundlegend in Frage gestellt werden, wird lieber die Notbremse gezogen, da die Autorität gefährdet ist und der Fortgang des Verfahrens aus dem Ruder zu laufen droht.

„Was würdest du gern am Spreeufer machen?“

…diese Frage stellten wir vor Beginn der ersten Info- und Diskussionsveranstaltung zu Mediaspree entern! in der RAW Theaterlounge am 12. März. Hier sind die Antworten, die auf Zetteln gesammelt und an einer Leine aufgehängt worden waren:

Protestgrillen
Imkern
Übereignung an selbstverwaltete Wohnprojekte
Liebe machen!
Riesige Tanzfläche
Speakers‘ Corner am Spreeufer
Sozialer „bezahlbarer“ Wohnraum!
soziale Attraktivierung
Zum Spielen in der Sonne
Für den kritischen Austausch mit Genoss_innen
Gärtnern!
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MS-entern-Vorbereitung läuft an


Am Freitag Abend trieb es rund 80 interessierte Personen in die RAW-Theaterlounge, wo die Idee zu einem Aktionstag „Mediaspree entern!“ vorgestellt und diskutiert wurde. Der Aktionstag soll am 5. Juni stattfinden, d.h. an diesem Tag wird es eine angekündigte vielfältige Aneignung der Spreeufer und umliegender Orte stattfinden. Diese Idee fand großen Beifall, das war spürbar.

Anknüpfen können wir dabei an eine spannende und bunte Geschichte widerständiger Aktionen gegen Mediaspree, angefangen mit dem transgenialen CSD 2006 über zahlreiche Kiezspaziergänge und die Proteste zur O2-Hallen-Eröffnung bis hin zur berühmten Spreeblockade kurz vor dem Bürger_innenentscheid – um nur einmal ein paar der größten Highlights zu nennen.

Im RAW setzte sich im Anschluss an die eigentliche Veranstaltung noch eine kleinere Gruppe zusammen, um zusammen Ideen für den Aktionstag und für die Mobilisierung zu spinnen und auszutauschen. Am Freitag, den 26. März um 19 Uhr soll es ein nächstes Vorbereitungstreffen im Südflügel des Bethanien geben, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.