Archiv der Kategorie 'Berichte'

Polizeiüberfall Bödicker9: Fragen an den Senat und offene Briefe von Anwohnerinnen

Das Hausprojekt Bödickerstraße 9 war während des Mediaspree entern!-Aktionstages mittels massiver Gewalt polizeilich gestürmt worden – und das wegen einer angeblichen Ordnungswidrigkeit. Anwohner/innen und Freund/innen des Hauses, die draußen auf der Straße die Ereignisse verfolgten, wurden anschließend Opfer eines brutalen Polizeiübergriffs.

Zum heute Vormittag tagenden Innenausschus hat das Hausprojekt einen Fragenkatalog an den Innensenator Körting (SPD) zusammengestellt, der von Abgeordneten der Partei „Die Grünen“ dort vorgetragen werden sollte. Außerdem enthalten in dem Dokument sind offene Briefe zweier Anwohnerinnen, die Anzeige gegenüber der Polizei gestellt haben zu den erlebten Ereignissen Stellung beziehen.

Fragen zum Innenausschuss am 14.6. und offene Briefe (PDF)

Stellungnahme der Bödi9

Das Hausprojekt Bödickerstraße 9 hat auf Indymedia eine Stellungnahme zu dem Polizeiüberfall aufs Haus am 5. Juni und zu den gewalttätigen Übergriffen auf Leute, die sich in der Straße aufhielten, veröffentlicht. Wir geben die hier mal einfach wieder:

Stellungnahme Bödi9 Berlin zum 05.06.2010

Eine Woche nach der Razzia in unserem Haus und am Tag der Freiraumdemo in Berlin veröffentlichen wir nun die Stellungnahme zu den Geschehnissen vom 05.06.2010 rund um den Mediaspreeaktionstag.
Am 05.06.2010 kam es im Zusammenhang mit dem „Mediaspree-Aktionstag“ zu einem brutalen Überfall von Polizeieinheiten auf das Hausprojekt in der Bödikerstr. 9.

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Ordnung muss sein?!?

Mittwoch mittag, Cuvrystraße: Ein großartiger Sommertag, die Spatzen baden im Sand, manche_r lässt Beine und Seele an der Wasserkante baumeln. Nur vier müssen Schwerstarbeit leisten, die Bauzaunbauer von Finow, die schwitzen in ihren grellorangen Arbeitsklamotten.

Sie stellen nach und nach den am Mediaspree entern!-Aktionstag eingerissenen Bretterzaun wieder auf, der die Fläche schön privat halten soll. Das ist gar nicht mal so einfach, der Zaun ist störrig, wehrt sich geradezu, wieder in die Vertikale bewegt zu werden. Er verkantet und verbiegt sich, muss übel zurechtgekloppt werden, und die zentimeterdicken Schichten von Plakaten machen das Ganze auch nicht einfacher.

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MS entern in bewegenden Bildern

KanalB hat einen Videobericht über den Aktionstag Mediaspree entern! ins Netz gestellt. Irgendwie klappt das Einbetten nicht, aber ihr könnt einfach auf den Screenshot hier klicken:

Ihr könnt den Bericht auch direkt bei KanalB herunterladen und dann anschauen (links oben „download video“ klicken), z.b. mit dem freien VLC Media Player. KanalB freut sich auch immer über Leute, die Videobeiträge übersetzen und Untertitel daraus stricken.

Ausführlicher Bericht auf Indymedia

Eine ausführliche Zusammenfassung der verschiedenen Aktionen und Ereignisse am Aktionstag Mediaspree entern! findet sich auf Indymedia. Dieser Bericht scheint aber noch lange nicht vollständig zu sein. Es wäre klasse, wenn ihr noch von weiteren Aktionen, die ihr beobachtet oder miterlebt habt, berichten könntet – für irgend etwas muss die Kommentarfunktion ja schließlich da sein.

Viele Fotos vom Aktionstag haben die beiden Fotografen Mikael Zellmann und PM Cheung gemacht. Sie sind alle auf Flickr zu bestaunen. Auch bei Urban Artcore und bei deren Flickr-Seite, sowie bei Turus.

Erste Berichte zum Aktionstag

Wir sind alle ziemlich erschöpft nach der intensiven Vorbereitung und dem ereignisreichen Aktionstag. Einerseits war es großartig zu erleben, das weit über 2000 Leute zu den Demos und den anschließenden Aktionen kamen, und dass sehr viele sich auch selbst etwas ausgedacht hatten, den Aktionstag eigenhändig mit zu gestalten. Hunderte Aktive beteiligten sich an Besetzungen der einen oder anderen Brachfläche, für die blöde Bauvorhaben geplant sind.

Leider trübte die Berliner Polizei den tollen Eindruck von den vielfältigen und bunten Ereignissen des Tages dadurch, dass sie mindestens zu zwei Gelegenheiten den brutalen Prügeltrupp heraushängen ließ. Wahllos wurde zum Ende des Kreuzberger Demozuges auf Umstehende eingeschlagen, um den Lautsprecherwagen aus dem Verkehr zu ziehen. Und das 100 Meter vor Abschluss der Demo… Später gab es im Friedrichshainer Rudolfkiez eine Hausdurchsuchung bei einem Haus, vor dem ein Infostand für Mediaspree entern! gestanden hatte und in dem die Polizei das Pirat_innenradio vermutete. Dabei wurden zunächst 13 Personen im Haus festgenommen. Auf der Straße vor dem Haus standen und saßen interessierte Leute herum, die plötzlich Opfer eines brutalen Übergriffs wurden. Welche psycho-pathologischen Gewaltbedürfnisse die eingesetzten Beamt_innen dabei geritten haben, blieb den Betroffenen verborgen. Einige Leute wurden dabei, teilweise erheblich, verletzt, wieder gab es Verhaftungen. Die Leute wurden im Laufe der Nacht wieder rausgelassen.

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BEHALA reißt Skate-Rampen ab

Die Repression geht manchmal ungewöhnliche Wege. Kaum haben Skater angekündigt, sich zum Mediaspree entern!-Aktionstag im dafür beliebten Osthafen-Gelände, nahe der Elsenbrücke, zu treffen, lässt die BEHALA auch schon Bagger auffahren und die dortigen Skate- und Fingerboard-Rampen abreißen. Die waren in mühevoller Eigeninitiative nach und nach dort zusammengezimmert worden. Ein Betroffener meldete sich bei uns heute zu Wort.

!!! Am Donnerstag Abend hat die Behala (wohl auf wiederholten Drängen von Labels 2) mit Kran und Bagger angefangen, die Rampen abzureißen und damit ein erstes offensives Zeichen gegen die unkommerzielle, freie Nutzung der kommunalen Be­ton-​Brach­flä­chen gesetzt.
Die Schlussfolgerung: Die Planungen von Labels 3 und 4 nehmen in einer Stadt Gestalt an, in der die freie, kulturelle Entfaltung der Bewohner immer unerwünschter scheint!

Doch die Skater wollen sich nicht so schnell verdrängen lassen, also kommt am 5.Juni vorbei! Zeigt, dass auf der letzten unbebauten Fläche am Osthafen ein unkommerzieller Skatepark wichtiger ist, als ein Mode-Monstrum für die Elite!!!

Im Rudolfkiez: Parkeröffnung am 5. Juni

Im Rudolfkiez, rund um die Lehmbruckstraße, sind Schreiben mit Logo der HVB Immobilien (PDF) aufgetaucht, die für den 5. Juni die Eröffnung eines Anwohner_innen-Parks auf einer umzäunten Brachfläche des Unternehmens ankündigen. Ebenso gibt es seit ein paar Tagen eine Internetseite, die die Idee des Parks kurz vorstellt. Dabei soll es nicht darum gehen, dass das Unternehmen den Park einrichtet, sondern die Anwohner_innen selbst zur Hand greifen und in Eigeninitiative das herrichten, was sie gerne als Park oder Garten vor ihrer Tür nutzen und sehen möchten.

Vor vielen vielen Jahren, zur Blütezeit der New Economy Ende der 90er Jahre, sollte auf diesem Gelände mal die sogenannte „Oberbaum-City“ erweitert werden, ein Büroprojekt enormer Größe, teilweise in den ehemaligen Gemäuern des ehemaligen Narva Glühlampenwerks. Dann kam die New Economy Krise, und aus war der Traum eines sich ausweitenden Bürostandorts. Nun gibt es Pläne einer Mischung aus Wohn- und Geschäftsbauten für das Gelände, aber die Realisierung steht in den Sternen.

Die HVB Immobilien entstammt – der Name verrät es – der HypoVereinsBank und ist heute wie diese ein Teil des Finanzkonzerns UniCredit Group. Laut ihren Geschäftsberichten erwirtschaftet die UniCredit einen jährlichen Nettogewinn von rund 1 Billion Euro, Tendenz steigend bei abnehmender Zahl der Beschäftigten. Muss man also keine Angst haben, einem mies laufenden Unternehmen den Immobilienbesitz streitig zu machen.

Aus dem Anwohner_innen-Schreiben:

Sie alle sind herzlich eingeladen, mit uns zu feiern! Kommen Sie auf das Gelände. Sie können Grillen, Fußball spielen oder sich in der Sonne ausruhen. Helfen Sie mit, dass der Park schöner wird. Pflanzen Sie Blumen und Bäume!

Der Park hat zwei Eingänge, einen in der Rotherstraße und einen in der Ehrenbergstraße. Es gibt ein kleines Problem: wir haben die Schlüssel für die Tore verloren. Bis wir die Schlüssel wiedergefunden haben und die Tore aufschließen künnen, benutzen Sie bitte die Löcher im Zaun in der Lehmbruckstraße.

Der Zaun muss weg – Lehmbruckpark den Anwohner_innen!

Die Vorbereitungen für ‚MediaSpree entern!‘ laufen auf Hochtouren!

…das stellt jedenfalls Flohserver fest, der die emsigen Vorbereitungen offenbar festhalten konnte und auf seiner Flickr-Seite dokumentiert:

(aufs Bild klicken = Link zur viel größeren Aufnahme bei Flickr)

Bunte Ideen-Straßen

Am letzten Samstag gab es nicht nur die kleine Fahrraddemo, bei der uns innerhalb kürzester Zeit rund 1000 Flyer von PassantInnen aus der Hand gerissen wurden, nein, es gab auch noch das Ideensammeln per Straßenkreide im Wrangelkiez. Schaut selbst (klick = größer & schöner):

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