Demonstration durch Friedrichshain zum nhow-Luxushotel

Pressemitteilung vom 27. November, abends

Am Samstag nachmittag demonstrierten rund 400 Personen gegen die Eröffnung des nhow-Luxushotels, gegen die kommerzielle Umstrukturierung der Spreeufer und in Folge dessen steigende Mieten sowie für ein Spreeufer für alle.

Die Demonstration zog ab 15 Uhr vom Boxhagener Platz aus am Friedrichshainer Bezirksamt vorbei und durch den Rudolfkiez zum Osthafen, wo sich das neue Hotel befindet. Kritisiert wurde von den Veranstalter_innen des Aktionsbündnisses „mediaspree entern!“, dass der Hotelbau dem Bürger_innenentscheid „Spreeufer für Alle“ widerspreche, der für seine Forderung von 50m Baufreiheit beiderseits der Spreeufer eine 87%ige Mehrheit der abgegebenen Stimmen bekommen hatte.

Außerdem seien Friedrichshain und Kreuzberg bereits heute durch stark steigende Mieten gekennzeichnet (laut GEWOS-Studie die höchsten durchschnittlichen Neuabschluss-Mieten alle Berliner Bezirke), und diese Entwicklung werde durch die bauliche Aufwertung der Spreeufer nur noch weiter angeheizt. Die Verdrängung vieler Bewohner_innen aus ihrem Wohnumfeld seien die Folge.

Weiterhin nahmen Sprecher_innen Bezug auf gewaltätige Polizeiübergriffe, die sich am Aktionstag am 5. Juni 2010 zugetragen hatten. Damals waren von Beamten der 23. Einsatzhundertschaft willkürliche Festnahmen und Körperverletzungen in der Bödikerstraße ausgegangen.

Das nhow-Hotel wurde heute polizeilich zu einer Festung ausgebaut, um jeden Zugagng durch Demonstrant_innen zu unterbinden. Jana Runge vom Aktionsbündnis: „Wir werden dafür sorgen, dass Hotelgäste diesen seltsamen Anblick in Zukunft noch öfter genießen können.“

Zum Abschluss der Demonstration wurden heiße Suppe, Punsch und Glühwein gereicht, während Stadtteilaktivisten aus Kenia einen Auftritt hatten. Diese Gruppe kennt aus ihrer Heimat bisher kein Demonstrationsrecht, hat daher andere Aktionsformen gegen Gentrifizierung im Repertoire und wollte sich in Berlin mit unseren Protestmethoden vertraut machen.

Schließlich ließ es sich die 23. Einsatzhundertschaft nicht nehmen, einen mittels Kapuze und Schal gegen die klirrende Kälte geschützten Demonstranten wegen des lächerlichen Vorwurfs der Vermummung festzunehmen.

Um 18:30 Uhr war die Versammlung beendet.

Kontakt für Nachfragen:
ms-entern(ät)riseup.net
Presse-Handy 0160-3216117

Fotos der Demonstration bei Björn Kietzmann:
b.kietzmann(ät)gmx.net