Jesses Maria!

Noch mehr Hotelzimmer, noch mehr Büroflächen, noch mehr Luxuswohnungen

Die AG Spreeufer im Initiativkreis Mediaspree versenken! hat sie jetzt öffentlich gemacht: Die Pläne (pdf) für das Spreeufergrundstück, auf dem in einem Flach jetzt noch der Club „Maria am Ostbahnhof“ tausende Leute zu Konzerten und Partys lockt. Das Grundstück ist vom Berliner Liegenschaftsfonds privatisiert und an die Ludger Inholte Projektentwicklung verkauft worden, und die wollen es so richtig vollknallen mit allem, was sie meinen am Markt profitabel verscheuern zu können: Hotel, Büros, Luxuswohnungen.

Wir protestieren gegen das Vorhaben der Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH aus Hamburg, das kulturell genutzte Spree-Grundstück an der Schillingbrücke sinnlos zu verbauen.
Die Planung verstößt mehrfach gegen den Bürgerentscheid. Statt einem Uferabstand von mindestens 50 Metern sind nur 12-22 Meter vorgesehen. Auch die Bauhöhe verstößt mit 26,30 bis 30 Metern gegen den Bürgerentscheid – das sind ein bis zwei Geschosse zuviel. Dazu kommt die sterile Langeweile, die geplant ist. Luxuslofts mit eingezäunten Vorgärten werden das neue Bild des Spreeufers abgeben – öffentliche Nutzungen: Null. Dann sollen gleich zwei Hotels auf einen Haufen gebaut werden (auf dem Nachbargrundstück ist ebenfalls eins geplant). Ein Büroblock rundet die „visionäre“ Nutzung des Spreeufers ab. Dafür werden der beliebte Club „Maria und Josef“ und das Gasag-Gebäude abgerissen.

…soweit die AG Spreeufer zu den Bauplänen. Und es reicht den Immobilienentwicklern offensichtlich nicht, auf maximalen Profit zu setzen und den demokratischen Willen des BürgerInnenentscheids „Spreeufer für alle“ vollkommen zu missachten, nein, es muss auch noch biedere Ödnis sein, mit der die Spreeufer zubetoniert werden. Naja, kein Wunder, wenn mensch sich anschaut, welche tollen Referenzprojekte die L.I.P. auf ihrer Internetseite zur Schau stellt…

Die Taz meldet nun, unser aller Bürgermeister Klaus Wowereit habe sich zu Referenden über Großprojekte bekannt: Erneut eine hinterhältige Showeinlage also, mit der sich der rot-rote Senat in der Öffentlichkeit zu rühmen versucht, während er gleichzeitig völlig gegenteilig handelt: Denn nach dem Bürgerentscheid gegen Mediaspree dürfte ein Bau wie auf dem Maria-Gelände gar nicht zugelassen werden, der Senat drückte jedoch mit aller Macht durch, dass das Referendum keinen spürbaren Einfluss haben solle.


2 Antworten auf „Jesses Maria!“


  1. 1 frodo911 01. November 2010 um 15:37 Uhr

    Ein ‚Bürgerentscheid‘, der von nicht einmal 17% der Bürger getragen wird, sollte in der Tat keinen spürbaren Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung haben!

  2. 2 Leo 01. November 2010 um 19:02 Uhr

    Ist doch gar nicht so schlecht. Ein recht grosseer Abstand zum Ufer. Wenn das gegenüber beim IBIS Hotel oder beim Radialsystem doch wenigstens halb so gut wäre. Und als zu teuer kann man die Wohnungen auch nur sehen, wenn man aus Berlin noch nie herausgekommen ist. Andernorts gilt sowas als Schnäppchen für Mittelschicht-Käufer.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.