Archiv für Oktober 2010

Jesses Maria!

Noch mehr Hotelzimmer, noch mehr Büroflächen, noch mehr Luxuswohnungen

Die AG Spreeufer im Initiativkreis Mediaspree versenken! hat sie jetzt öffentlich gemacht: Die Pläne (pdf) für das Spreeufergrundstück, auf dem in einem Flach jetzt noch der Club „Maria am Ostbahnhof“ tausende Leute zu Konzerten und Partys lockt. Das Grundstück ist vom Berliner Liegenschaftsfonds privatisiert und an die Ludger Inholte Projektentwicklung verkauft worden, und die wollen es so richtig vollknallen mit allem, was sie meinen am Markt profitabel verscheuern zu können: Hotel, Büros, Luxuswohnungen.

Wir protestieren gegen das Vorhaben der Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH aus Hamburg, das kulturell genutzte Spree-Grundstück an der Schillingbrücke sinnlos zu verbauen.
Die Planung verstößt mehrfach gegen den Bürgerentscheid. Statt einem Uferabstand von mindestens 50 Metern sind nur 12-22 Meter vorgesehen. Auch die Bauhöhe verstößt mit 26,30 bis 30 Metern gegen den Bürgerentscheid – das sind ein bis zwei Geschosse zuviel. Dazu kommt die sterile Langeweile, die geplant ist. Luxuslofts mit eingezäunten Vorgärten werden das neue Bild des Spreeufers abgeben – öffentliche Nutzungen: Null. Dann sollen gleich zwei Hotels auf einen Haufen gebaut werden (auf dem Nachbargrundstück ist ebenfalls eins geplant). Ein Büroblock rundet die „visionäre“ Nutzung des Spreeufers ab. Dafür werden der beliebte Club „Maria und Josef“ und das Gasag-Gebäude abgerissen.

…soweit die AG Spreeufer zu den Bauplänen. Und es reicht den Immobilienentwicklern offensichtlich nicht, auf maximalen Profit zu setzen und den demokratischen Willen des BürgerInnenentscheids „Spreeufer für alle“ vollkommen zu missachten, nein, es muss auch noch biedere Ödnis sein, mit der die Spreeufer zubetoniert werden. Naja, kein Wunder, wenn mensch sich anschaut, welche tollen Referenzprojekte die L.I.P. auf ihrer Internetseite zur Schau stellt…

Die Taz meldet nun, unser aller Bürgermeister Klaus Wowereit habe sich zu Referenden über Großprojekte bekannt: Erneut eine hinterhältige Showeinlage also, mit der sich der rot-rote Senat in der Öffentlichkeit zu rühmen versucht, während er gleichzeitig völlig gegenteilig handelt: Denn nach dem Bürgerentscheid gegen Mediaspree dürfte ein Bau wie auf dem Maria-Gelände gar nicht zugelassen werden, der Senat drückte jedoch mit aller Macht durch, dass das Referendum keinen spürbaren Einfluss haben solle.

„Rebel Audio Society“ Soliparty am Freitag

Freitag 29.10. ab 23 Uhr
im ://about blank:

Soliparty für Mediaspree entern. Der Aktionstag im Juni hinterlässt für einige Leute mal wieder Kosten und Aufwand. Eure Eintrittskohle kann da gut helfen. Wir laden ein zu Techno und DnB/Dubstep plus allerlei Halligalli auf zwei Floors.
Eintritt: 6 EUR.
Ort: ://about blank, Markgrafendamm 24c, (Ostkreuz).

Techno: Dreher & Sm.art (3000º), Kollektiv Ost (3000º), Ente & Wolf (Tellerrand), Ästhetik & Zerstörung (Rebel Audio Society), Horst Schlüpper (Fuchs&Elster), Powel (Rebel Audio Society), Dado.
Dubstep/DnB: Sickhead (Dubwars, NSF, Digibeatmusic.org), Audite (Boundless Beatz), Cyrilla (Neuro Tech Team, Demonic Domination), Flowpro (Plainaudio, Refloat), Saiman (Wobble, Step up friend!).
Visuals: Felix Bonowski

DJ-Sets hier
Weitere Infos

Mit Fallobst gegen faule Politik!

Protest gegen A100-Verlängerung

31.10.: Prozession zum Roten RathausProzession vom Neptunbrunnen zum Roten Rathaus
Sonntag 31. Oktober um 15 Uhr

Der Bau der Stadtautobahn A100 von Neukölln nach Treptow steht derzeit in den Sternen. Deshalb fordern wir: Rücknahme der Räumung von 314 Kleingärten in Neukölln zum 30.11.2010. 12,5 ha Stadtgrün mit seiner Bedeutung für Ökologie, Artenschutz und Lebensqualität dürfen nicht sinnlos zerstört werden! Keine weitere Verschwendung von Steuermillionen für die Fortführung der Autobahn-Betonplanung! Wir lassen uns nicht veräppeln! Bringt jede Menge faules Obst mit, um es als Zeichen des Protests vor das Rote Rathaus zu legen.

Aktionsbündnis A100 stoppen!

Weitere Informationen hier, Flyer als PDF (groß) oder (klein), Kopiervorlage schwarz/weiß, noch mehr Infos bei der BI Stadtring Süd (BISS)

Eisfabrik: Abriss stoppen!

Für Montag, den 18. Oktober ist der endgültig Abriss der historischen Kühlhäuser der Bolle’schen Eisfabrik angekündigt worden. Die backsteinernen Kühlhäuser in der Köpenicker Straße 40/41 sind nun wochenlang von ihrer teerhaltigen Dämmung befreit worden, stehen aber noch. Morgen soll der Abrissbagger die ältesten erhaltenen Hochkühlhäuser Europas dem Erdboden gleich machen. Auftraggeberin dieser Tat ist die TLG Immobilien, ein staatseigener Nachfolgebetrieb der Treuhand – und die waren ja Zeit ihres Bestehens hauptsächlich gut dafür, Betriebe und anderes Volkseigentum „abzuwickeln“.

Die Initiative zum Erhalt der Berliner Eisfabrik protestiert aufs Schärfste dagegen und lädt zur Protestkundgebung ein:
Montag, 18. Oktober, von 16 bis 20 Uhr
Köpenicker Ecke Adalbertstraße
„vorbeikommen, zum Abschied Blumen niederlegen, quatschen, wieder gehen“

Von der einen Demo zur nächsten Demo

Bei großartigem Wetter kamen heute – trotz sehr magerer Mobilisierung – etwa 300 Leutchen zusammen, um im Rahmen der Berlin on sale-Tage gegen Mediaspree und die fiese kommerzielle Ausbeutung der Stadt zu protestieren. Das Motto des Tages war: „Aus einer Mauer wurden 1000 Zäune.“ Denn überalle schießen Zäune aus dem Boden, um Grenzen zu markieren, um Leute auszugrenzen, um die kommerzielle Ausbeutung der Stadt möglich zu mschen. Es wurde nach anfänglich übereifrigem Bullereikontrollettieinsatz noch eine vergnügliche und einigermaßen kurzweilige Demo. (Bericht mit mehr Fotos bei Indymedia, Fotos bei Kietzmann, Videobericht von Forum der Nichtarbeit bei youtube)

9.10.2010 - 1000-Zäune-Demo am Oranienplatz

Denn obwohl die Einsatzleitung in den Vorgesprächen umfangreiche Vorkontrollen ausgeschlossen hatte, fanden diese wie selbstverständlich statt. Der Veranstalter musste energisch einschreiten und die Ordnungshüter zur Ordnung rufen – schließlich verstießen sie einwandfrei gegen gängige Rechtsprechung, die willkürliche Vorkontrollen ebenso verbietet wie wahllose Videoüberwachung von Demonstrationen. Nach einigem Hin und Her gab die Einsatzleitung auch klein bei, und die Kontrollen wurden eingestellt.

9.10.2010 - 1000-Zäune-Demo am Kotti 9.10.2010 - 1000-Zäune-Demo mit Berlin-on-Sale-Transpi

So zog die Demo dann, begleitet von Redebeiträgen, Sprechchören und Musik, vom Kottbusser Tor aus los. An der Ecke Adalbert/Oranienstraße gab es die erste Zwischenkundgebung mit einem Redebeitrag des Steigende Mieten stoppen!-Bündnisses, das eifrig Werbung machte für eine Reihe von Kiezspaziergängen in der zweiten Oktoberhälfte. Weiter ging es über den Oranienplatz und die Dresdner Straße zum Alfred-Döblin-Platz, wo die schicken Neubauten mit teuren Eigentumswohnungen in der letzten Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen.

9.10.2010 - 1000-Zäune-Demo wird von der Köpi begrüßt 9.10.2010 - 1000-Zäune-Demo auf der Stralauer Allee

Am Engelbecken vorbei zog der vorne eher dunkelbunte, hinten eher wirklich bunte Haufen weiter zur Köpenicker Straße. Dort wurde vor der Hausnummer 40/41 über die Eisfabrik informiert, die trotz Denkmalschutzes von der bundeseigenen TLG Immobilien größtenteils abgerissen wird. Auch an der Köpi kam die Demo vorbei, die nun wieder demnächst zur Versteigerung stehen soll, aber immer noch gefährliches Risikokapital ist – wenn eines sicher ist, dann das! Die Demo jedenfalls zog weiter über Manteuffel-, Wrangel- und Skalitzer Straße, am Schlesischen Tor vorbei in die Schlesische Straße rein, und an der Ecke Falckensteinstraße gab es noch einen Redebeitrag zum Umsonstladen, der am letzten Wochenende nach einer Besetzung im ehemaligen Farben-Sachse-Laden dort eröffnet worden war.


Diese beiden Fotos: Copyright bei Kietzmann

Bei immernoch blendendem Sonnenschein überquerte die Demo die Oberbaumbrücke, rüber nach Friedrichshain, um dann gleich in die Stralauer Allee einzubiegen. Vor dem nahezu fertig gestellten Luxus-Design-Hotel „nhow“ war dann der Abschluss der Demo, bei dem auf die Eröffnung des Schuppens in einem guten Monat hingewiesen wurde. Und darauf, dass es eine krasse Dreistigkeit sondegleichen ist, auf das Bürger_innenbegehren „Spreeufer für alle“ mit einem dermaßen exklusiven Bau direkt am Spreeufer zu reagieren.

Weil wir das nicht auf uns sitzen lassen wollen und jeder Bau, der die Öffentlichkeit der Spreeufer mit Füßen tritt, einen ebensolchen saftigen Tritt verdient, gibt es demnächst auch ein erstes offenes Vorbereitunsgtreffen für einen gebührenden Empfang des nhow-Hotels, wenn es mal wieder heißt: Wir sind alle eingeladen! – ihr kennt das sicherlich noch von den großartigen Straßenfeierlichkeiten zur Eröffnung der O2-Halle vor zwei Jahren…

Montag, 18. Oktober 19:30 Uhr in der NewYorck im Bethanien

Auf zur Demo am Samstag!

Juchuu – nach dem doch recht ausführlichen Aufruf gibt es jetzt auch einen kurzen. Und die Route. Und noch einen nett bunten Elektroflyer obendrauf:

Aus einer Mauer wurden tausend Zäune. Demo am 9.10.2010

Aus einer Mauer wurden tausend Zäune

Demonstration für eine Stadt für alle.

Vor zwanzig Jahren stand die Mauer noch und trennte Berlin entlang des Spreeufers. Statt einer Mauer stehen dort jetzt tausend Zäune. Die Chance, das Spreeufer für alle Menschen zu öffnen, wurde nicht wahrgenommen. Stattdessen ist das Ufer heute weitgehend privatisiert und mit kommerziellen Objekten bebaut.

(mehr…)

Aus einer Mauer wurden tausend Zäune.

Im Rahmen der Herbstaktionstage Berlin on Sale – nicht mit uns!
Berlin on sale - nicht mit uns!

9. Oktober // 16 Uhr // ab Kottbusser Tor

Demonstration für eine Stadt für alle.

Es ist unübersehbar: Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind die Mieten bei Neuvermietung so hoch wie in keinem anderen Berliner Bezirk, und Menschen mit geringem Einkommen werden aus innerstädtischen Lagen verdrängt. Wer heute noch mit einem günstigen Mietvertrag ausgestattet ist, bei dem oder der kann schon morgen ein Schreiben der Vermieter_innen im Briefkasten liegen: Mieterhöhung, Luxussanierung, Umwandlung in Eigentumswohnungen – der Druck wächst und die Politik schaut zu und schafft die Strukuren, innerhalb derer sich der Immobilienmarkt derart frei entfalten darf.

Ein Beispiel für die Verantwortung der Politik sind (mehr…)