„Ist das Projekt Mediaspree also gestoppt?“

Die Zitty nimmt die Megaspree-Parade und das ungwöhnlich große/breite/vielfältige Bündnis, das den tanzenden Sternmarsch auf die Beine gestellt hat, zum Anlass, eine neue APO herbeizuschreiben. Sie stellt einige bedrohte Kulturprojekte vor, die größerenteils bei Megaspree mit aktiv sind. Und interviewt den Pressestar-Evergreen C. J. als Vertreter von Mediaspree versenken:

Ist das Projekt Mediaspree also gestoppt?
Momentan sieht es glücklicherweise so aus, als wolle niemand, der an der Spree eine Baugenehmigung hat, hier den ersten Spatenstich machen nach dem Bürgerentscheid für freie Ufer. Nur der Senat meint, das Maria-Grundstück verkaufen zu müssen, um einen gegen den Bürgerwillen durchgedrückten Bebauungsplan umzusetzen. Wir hoffen, dass im Osthafen die Öffentlichkeit im gesetzlichen Rahmen informiert und beteiligt wird, bevor irgendwas weitergeht. Das Bauen ohne Bürgerbeteiligung in Berlin muss endlich aufhören.

Das ist lustig. Begonnene Bauarbeiten seit dem Bürgerentscheid: nhow-Hotel, Labels 2, HochTief-Zentrale, Abriss der Kühlhäuser der Eisfabrik. Mehrere Bauvorhaben (z.B. am Postbahnhof) sollen wegen der Finanzkrise gescheitert sein, ganz unabhängig vom Bürger_innenentscheid. Die Riesenbaugruppe „Oberbaumkiez“ scheiterte an unzureichender Nachfrage. Nun wurde ein weiteres HochTief-Bürogebäude angekündigt, angeblicher Baubeginn: 1. Quartal 2011. Weiterhin warten die Großbaugruppe „Spreefeld“ und das Carloft-Projekt am Treptower Ufer auf den Startschuss, Stefan Sihler träumt von einem Labels 3 im Osthafen und der Käufer der Seifenfabrik könnte bald mit einem Plan auf der Matte stehen.

Leute, Mediaspree läuft weiter, auch ganz ohne Marketingverein. Weder Bezirk, Senat noch Presselandschaft, geschweige denn ein auf dem Papier beschlossener Bürger_innenentscheid hält da Investoren zurück. Wenn die Nachfrage stimmt, wird auch gebaut – so sieht’s aus. Um das zu verhindern braucht es mehr als die immergleiche Beteuerung, es stehe bestens um ein Spreeufer für alle, und Mediaspree versenken habe alles im Griff. So wird Bewegung getötet statt angeregt! (fassungslos sei…)


1 Antwort auf „„Ist das Projekt Mediaspree also gestoppt?““


  1. 1 C.J. 27. August 2010 um 17:10 Uhr

    Hallo,
    danke für euer solidarisches Verhalten! Ich bin kein „Pressestar-Evergreen“, sondern wir arbeiten gemeinsam daran, dass Mediaspree-Projekt zu versenken. Der Interview-Text bezieht sich auf den Bürgerentscheid und damit auf den Bezirk – ist vielleicht nicht deutlich genug rübergekommen. „Der erste Spatenstich nach dem Bürgerentscheid“ klammert Baugenehmigungen von davor erstmal aus (Labels, nhow-Hotel), genauso wie irgendwelche Luftschlösser in Planung in und außerhalb des Bezirks. Für eine Mobilisierung gegen das Hochtief-Projekt im Osthafen, die wir für nötig halten, ist es sinnvoll festzustellen, dass sie tatsächlich die ersten wären, die einen Spatenstich im Bezirk gegen den Bürgerentscheid machen. Nichts gegen Kritik, aber wenn etwas die Bewegung tötet, dann ist es öffentliche Disserei! Viele Grüße,
    C.J.

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