Die selbstverständliche Willkür der Grundstücks-Fürsten

Der RBB hat einen Dokumentarfilm über die Folgen der Privatisierung von See- und Flussufern gemacht. Darin kommt auch Mediaspree versenken! zu Wort. Auffällig ist, dass das Privateigentum der völligen Willkür Tür und Tor öffnet und die Interessen der allgemeinen Bevölkerung ausgesperrt werden. Das riecht nicht von ungefähr nach Monarchie im kleinen Maßstab, nach autoritären Grundstücks-Fürsten, die ihre Macht und ihre Privilegien spüren wollen. Deutlich wird auch, dass die Privatisierungspolitik weiter geht, ob nun bei den Brandenburger Seen, die vom Bund weiterhin privatisiert werden sollen, oder bei den Berliner Spreeufern, die ebenfalls ungebremst verscherbelt werden.

Wenig übrig hat die Dokumentation leider für das soziale Verhältnis zwischen Eigentümern und Ausgesperrten – dass es nämlich um eine Verteilung von Reichtum geht, und um die Aneignung gesellschaftlichen Reichtums in der Hand einiger weniger, die über Kapital verfügen. Ein schönes kleines Gegenbeispiel ist jener Herr, der direkt an der Spree auf dem freien Grundstück an der Michaelbrücke mit seinem Bauwagen lebt. Nicht, weil er Eigentümer ist, sondern weil er das brach liegende Grundstück nach seinen eigenen Bedürfnissen nutzt.

Zoff um See und Spree