Archiv für Juni 2010

Aktionstag in bewegten Bildern

Mittlerweile wurden die zahlreichen Videoaufnahmen, gefilmt während des Mediaspree entern!-Aktionstages, zu ansehnlichen Filomchen zurecht geschnippelt und nach und nach im Internet veröffentlicht. Hier sind einige von ihnen:

Das Forum der Nichtarbeit war gleich auf beiden Demos, in Friedrichshain und in Kreuzberg dabei und liefert daher auch gleich zwei Filmchen ab:


Friedrichshainer Demo vom Boxhagener Platz zur Oberbaumbrücke


Kreuzberger Demo vom Kottbusser Tor zur Oberbaumbrücke & was danach kam

Auch KanalB war mit dabei und hat dieses Filmchen zusammengestellt, das nach den Demos mit dem Konzert von Herzkasper einsetzt:

Außerdem gibt es hier und hier einen kurze Eindrücke vom Feiern auf der geenterten Cuvry-Brache und dann noch den einen oder anderen Schnippsel zum Polizeiübergriff in der Bödickerstraße. Mensch kann recht gut erkennen, wie einzelne Cops völlig freidrehen und wahllos auf Leute einschlagen.

Kreuzberg Rap gegen Mediaspree

Schon drei Jahre alt, vor vieren Jahren gefilmt, ist der X-Berg-Rap von Ari Som, der aber noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat: „Was einmal Kreuzberg 36 war, heißt jetzt Investitionsraum Spree-Media.“

Zu finden ist das Musikvideo bei KanalB. Es hangelt sich entlang der Drehorte Schlesisches Tor, Yorck59, Schwarzer Kanal, Potsdamer Platz und Universal/Osthafen durch das Thema Privatisierung, macht dabei einen Schlenker nach Heiligendamm und findet zurück zur Mayday-Parade 2006, zum Bethanien und zu einer Demo gegen die hässliche Stadtumstrukturierung, während die Investoren doof dastehen, weil ihre Pläne abhanden gekommen sind und der Yuppie im Café auch mal die Torte statt auf den Tisch in die Fresse bekommt.

Fête de la Musique mit Nachttanzdemo

Montag ist mal wieder der längste Tag des Jahres und damit: Fête de la Musique, auch in Berlin! In so manchem Kiez, vor allem in der Innenstadt, steht dann an jeder zweiten Ecke ne Bühne herum, und die Punkrock- Band spielt einfach im Hauseingang oder wo auch immer. Die Regeln für die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen auf der Straße sind einen Tag mal ausgesetzt – warum eigentlich nicht öfters so?

Diese Frage stellt sich so oder so ähnlich offensichtlich auch die Nachttanzparade „Musik braucht Freiräume“, die ab 22 Uhr vom Friedrichshainer „Dorfplatz“ (Rigaer Ecke Liebigstraße) losziehen wird.

Für die Erhaltung bestehender und Schaffung neuer kultureller Freiräume! Für ein Recht auf Stadt! Gegen Verkommerzialisierung von Musik und Kultur! Gegen nicht mehr zeitgemäße Ruhestörungsgesetze!

Die Route läuft am Boxi vorbei in den Rudolfkiez, das ganze endet dann am Markgrafendamm. Vorher gibt’s ab 14 Uhr PunkRocknRoll auf dem Wagenplatz Convoi. Danach dann Aftershow- Freetek- Elektroparty im ://about blank:

Bericht vom Protest gegen Seifenfabrik-Versteigerung

Einen ausführlichen Bericht zur gestrigen Versteigerung der Alten Seifenfabrik gibt es bei Indymedia. Dort sind auch Fotos zu sehen und Links zu Presseberichten.

Wir müssen jetzt an dem Thema dran bleiben und den Möchtegern-Investor_innen mit aller Deutlichkeit klar machen, dass hier am Spreeufer kein Platz ist für ihre Büroklötze, Luxushotels und Yuppie-Lofts.

Ein Flugblatt hatten wir hier schon dokumentiert. Ein weiteres wurde auf der Kundgebung und vor dem Hotel verteilt, hier findet ihr es.

Neue Ausstellungsflächen am Spreeufer

Während am Oranienplatz die Berlin Biennale das Thema Gentrifizierung für sich entdeckt hat (Wow! – nach soo vielen Jahren der aktiven Verstrickung in Aufwertungsprozesse…), werden am Spreeufer neue Flächen für die schlichte Meinungsäußerung erschlossen: Das ehemalige GASAG-Haus soll ja abgerissen und durch ein weiteres Luxushotel ersetzt werden. Noch steht es aber und scheint mehr oder weniger zugänglich zu sein. Am 5. Juni war es zwischenzeitlich besetzt gewesen, nun könnte sich hier eine neue, gut sichtbare Graffiti-Location entstehen.

Passend dazu gibt es Gerüchte, der Hotel-Bau sei von HochTief und Kilian Projektmanagement vorerst gestoppt worden, weil es schwerwiegende Probleme mit dem Baugrund gebe…

Freitag: Kundgebung gegen Seifenfabrik-Privatisierung

UPDATE: Jetzt schreibt sogar schon der Tagesspiegel über die Versteigerung der Seifenfabrik, und Indymedia auch.

Am Freitag (18. Juni) soll das Grundstück der Seifenfabrik, Köpenicker Straße 50-52, privatisiert werden. Es ist zur Zeit noch im Eigentum der GESA, einer bundeseigenen Liegenschaftsgesellschaft. Wir protestieren gegen die anhaltende Privatisierung am Spreeufer!

Ab 13:30 Uhr wird es daher vor dem abba Hotel in der Lietzenburger Straße 89, wo die Auktion stattfinden soll, eine Protestkundgebung geben. Die Versteigerung beginnt um 14 Uhr, daher wollen wir vorher den Interessenten noch unseren Protest auf den Weg mitgeben und sie davon überzeugen, dass sie besser die Finger vom Spreeufer lassen.

Flugblatt als PDF (1,1 MB)

Polizeiüberfall Bödicker9: Fragen an den Senat und offene Briefe von Anwohnerinnen

Das Hausprojekt Bödickerstraße 9 war während des Mediaspree entern!-Aktionstages mittels massiver Gewalt polizeilich gestürmt worden – und das wegen einer angeblichen Ordnungswidrigkeit. Anwohner/innen und Freund/innen des Hauses, die draußen auf der Straße die Ereignisse verfolgten, wurden anschließend Opfer eines brutalen Polizeiübergriffs.

Zum heute Vormittag tagenden Innenausschus hat das Hausprojekt einen Fragenkatalog an den Innensenator Körting (SPD) zusammengestellt, der von Abgeordneten der Partei „Die Grünen“ dort vorgetragen werden sollte. Außerdem enthalten in dem Dokument sind offene Briefe zweier Anwohnerinnen, die Anzeige gegenüber der Polizei gestellt haben zu den erlebten Ereignissen Stellung beziehen.

Fragen zum Innenausschuss am 14.6. und offene Briefe (PDF)

Polizeigewalt am Aktionstag: Weitere Übergriffe bekannt geworden

Bereits vergangene Woche veröffentlichten wir eine Mitteilung, in der die gewalttätigen Übergriffe der Polizei am Aktionstag gegen Mediaspree am Samstag vor einer Woche, dem 5. Juni, detailliert dargestellt wurden.

Heute soll das Thema, so die Partei „Die Grünen“, Thema im Innenausschuss der Berliner Abgeordnetenaus sein. Mittlerweile sind uns weitere Tatsachen bekannt. So wurden Fotografen, die polizeiliche Übergriffe dokumentieren wollten, von der Polizei direkt angegriffen und teilweise mit Pfefferspray besprüht. Nach unseren Informationen gibt es mittlerweile, vor allem im Zusammenhang mit dem Prügel-Einsatz der berüchtigten Hundertschaften 23 und 24, auch mindestens vier Anzeigen gegen die eingesetzten Polizeibeamten wegen schwerer Körperverletzung.

Im Rahmen des Aktionstages gegen Mediaspree am Samstag, den 5. Juni, kam es zu massiven und offensichtlich systematischen Übergriffen der eingesetzten Polizeibeamten auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten.

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Stellungnahme der Bödi9

Das Hausprojekt Bödickerstraße 9 hat auf Indymedia eine Stellungnahme zu dem Polizeiüberfall aufs Haus am 5. Juni und zu den gewalttätigen Übergriffen auf Leute, die sich in der Straße aufhielten, veröffentlicht. Wir geben die hier mal einfach wieder:

Stellungnahme Bödi9 Berlin zum 05.06.2010

Eine Woche nach der Razzia in unserem Haus und am Tag der Freiraumdemo in Berlin veröffentlichen wir nun die Stellungnahme zu den Geschehnissen vom 05.06.2010 rund um den Mediaspreeaktionstag.
Am 05.06.2010 kam es im Zusammenhang mit dem „Mediaspree-Aktionstag“ zu einem brutalen Überfall von Polizeieinheiten auf das Hausprojekt in der Bödikerstr. 9.

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Am 18. Juni: Spreeufer-Privatisierung per Auktion

Die ehemalige Seifenfabrik in der Köpenicker Straße 50-52, die bunt bemalte Gründerzeit-Ruine mit dem hohen Industrieschornstein unweit der Michaelbrücke, soll am 18. Juni versteigert werden. Das ganze findet ab 14 Uhr statt im „abba Berlin Hotel“ in der Lietzenburger Straße 89 Höhe Knesebeckstraße, unweit des Kudamms. Uhlandstraße ist der nächste U-Bahnhof.

Das Grundstück ist eines von vielen aus Berlin, Brandenburg und Leipzig, 47 genauer gesagt, die an diesem Tag unter den Hammer kommen. Die Beschreibung des Objekts findet sich im Auktionskatalog (PDF, 8 MB) auf den Seiten 14/15. Zum Grundstück gehört auch ein Teil direkt an der Köpenicker Straße, dort wo der Allam Gebrauchtwagenhandel drauf ist (aber nur die Hälfte davon, die sind auch auf der Nr. 53), sowie die schmale Zufahrt nach hinten, die auch zum Kiki Blofeld führt.

Im Auktionskatalog steht: „Die Auktionen sind öffentlich, der Zutritt ist gewährleistet, das Hausrecht liegt aber ausschließlich bei den Auktionatoren, die auch von Fall zu Fall über die Teilnahme von Bietern an der Auktion entscheiden können.“

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