„Mediaspree entern!“ bei Spiegel-Online

Pünktlich zum 1. Mai hat Spiegel-Online ein Video-Special zum Titel „Wem gehört Berlin?“ zusammengebastelt. Darin wird an prominenter Stelle mit einem eigenen Beitrag auch der Protest gegen Mediaspree behandelt.

Der Streit um das Spreeufer spiegelt die sozialen Kämpfe der Stadt wider. Die Auseinandersetzung wird weiter gehen. (Fazit von Spiegel-Online)

Während der einleitende Beitrag noch einen pressewirksam aufgebauschten Bogen zwischen bösem Krawall und guten Investoren schlägt, sprechen die einzelnen Beiträge zu steigenden Mieten, Mediaspree, Martashof (Prenzlauer Berg), Tacheles (Mitte), Lychener64 (Pberg) und Baugruppen/Lohmühle (Alt-Treptow) schon eine differenziertere Sprache und erlauben es immerhin reichlich unterschiedlichen Positionen und Interessen, zu Wort zu kommen, mitunter sogar recht politisch argumentierend – und dem Publikum, sich eine eigene Meinung dazu zu bilden.

Es ist ein Streit um Freiräume und Deutungshoheiten. Ein Konflikt zwischen denen, die in der Stadt leben und denen, die mit der Stadt Geld verdienen.

Der Mediaspree-Beitrag setzt bei den vehementen Protesten gegen die O2-World-Eröffnung vor anderthalb Jahren ein und thematisiert die Privatisierung ehemals öffentlicher Spreeufergrundstücke. Stefan Sihler darf sich anschließend ausbreiten und als Arbeitsplätze-Wohltäter der Stadt darbieten. Aus dem Initiativkreis Mediaspree versenken! kommen Vertreter der AG Spreeufer wie der Spreepirat_innen zu Wort. Doch auch der Kommentar der Journalist_innen, die den Beitrag zusammengestellt haben, bleibt nicht ohne so manchen Gehalt:

Das Ufer für Alle – oder nur für die, die es sich leisten können…

Ist es das Comeback der „Sozialkritik“, das wir erleben?