Die Video-Bastler_innen von Pappsatt haben mit der Initiative Mediaspree entern! zusammen noch schnell1 ein Mobilisierungsvideo zum Aktionstag am 5. Juni gemacht. Jetzt ist es endlich im Netz anschaubar. Zum Beispiel gleich hier, oder, wo es eigentlich herumhängt, bei Vimeo.
Pappsatt hatte vor zwei Jahren für Mediaspree versenken! ein großartiges Filmchen zur Teilnahme am Bürger_innen-Entscheid gemacht, von dem viele begeistert waren. Später kamen noch andere Filmchen ans Licht der Welt, so einer namens „8cent“ über Armut und Reichtum am Beispiel von Flaschensammler_innen und ein beeindruckendes Musikvideo von Lena Stoehrfaktor. Der Antiberliner hat mit Pappsatt auch mal ein Interview geführt, und Radio Z aus Nürnberg ebenso.
Bei einem Stop-Motion-Film heißt „schnell“: nur ein paar Tage Arbeit, keine Monate… [zurück]
Weil’s am letzten Samstag mit der kleinen Fahrraddemo so viel Spaß gemacht hat und uns die Leute auf der Straße die Flyer förmlich aus der Hand gerissen haben, gibt’s das ganze jetzt noch einmal, diesmal von Friedrichshain über Alt-Treptow nach Kreuzberg36:
Sonntag, 30. Mai
14 Uhr ab Forckenbeckplatz (F‘hain)
Am letzten Samstag gab es nicht nur die kleine Fahrraddemo, bei der uns innerhalb kürzester Zeit rund 1000 Flyer von PassantInnen aus der Hand gerissen wurden, nein, es gab auch noch das Ideensammeln per Straßenkreide im Wrangelkiez. Schaut selbst (klick = größer & schöner):
Schöner Aufruf zum Aneignen von Brachflächen und zur selbstermächtigten Gestaltung und Pflege der Flächen:
Dabei geht es um die Bebauung auf dem ehemaligen Schlachthof an der Eldenaer Straße (streng genommen eigentlich Prenzlauer Berg), auf dem nun jede Menge Reihenhäusle gebaut werden für Mittelstandsleute, die nicht in Miethäusern wohnen möchten, sondern lieber allein eng nebeneinander, in einem der sozial homogensten Quartiere überhaupt in Berlin. Da ist so ein punkiger Hundeauslaufplatz eigentlich eine ziemlich gute Idee in Sachen sozialer Mischung…
Alle Beiträge sind vom Forum der Nichtarbeit, dabei ist auch ein Bericht von der Aktion am 12. Mai beim Berliner Liegenschaftsfonds, die sich gegen die Privatisierung des landeseigenen Grundstücks wendete, auf dem die Maria am Ostbahnhof liegt.
Am Wochenende soll es also nicht nur das spielerische Aktionstraining von Mediaspree entern! im Görli (15h am Pamukkale-Rest) geben. Das Megaspree-Bündnis veranstaltet am Freitag und Samstag auch verschiedene Workshops auf dem Wagenplatz Lohmühle, gleich am östlichen Eingang zum Görli, auf der Alt-Treptower Seite.
Rette deine Stadt
Megaspree at Wagenburg Lohmühle
Lohmühlenstraße 17
Fr. 28. Mai | 16-22h
Sa. 29. Mai | 12-18h Camp „Freiräume und urbane Lebens(t)räume“
2 Tage Programm rund & kunterbunt ums Thema Freiräume:
Infos, Workshops, Vorträge, Mitmach-Stationen, Demo-Schilder-Basteln, Vegan-Grill
& Samstagabend Jazz
Komm vorbei und mach mit! Megaspree selbst machen
Die etwas andere Infoveranstaltung gegen die Mediaspree-Bauvorhaben, mit Bingo und Vokü, im Rahmen des Anarchistischen Info-Cafés in der NewYorck im Bethanien.
Krass was los in den nächsten Tagen in Sachen Mediaspree entern! – seht selbst:
Freitag, 21. Mai, 19 Uhr NewYorck im Bethanien: Offenes Kampagnen-Treffen
Offenes Treffen der Kampagne für den Aktionstag Mediaspree entern! am 5. Juni. Auch Neueinsteiger_innen und allgemein Interessierte sind herzlich willkommen!
Samstag, 22. Mai, 14 Uhr ab Boxhagener Platz (Friedrichshain): Mediaspree-Fahrrad-Kiezdemo
Fahrrad-Kiezdemo rüber nach Kreuzberg mit Flyer verteilen für Mediaspree entern! Route: Boxi – Intimes – Simon-Dach – Revaler – Warschauer – Oberbaumbrücke – Skalitzer – Lausitzer Platz – Skalitzer – Oranien – Adalbert – Reichenberger – Liegnitzer – Görli. Bringt Fahrräder mit!
Was passiert eigentlich am 5. Juni ?
Der Aktionstag lässt sich in drei verschiedene Phasen einteilen.
1. Demonstrationen
Um 13:30 Uhr sollen zwei verschiedene Demonstrationen starten. Die eine Demonstration läuft vom Kottbusser Tor in Kreuzberg, die andere vom Boxhagener Platz in Friedrichshain. Diese Demonstrationen werden sich dann auf der Oberbaumbrücke treffen. Die Demonstrationen sind der Auftakt des Aktionstages und dienen dazu, viele Menschen in das Gebiet am Spreeufer zu bringen.
2. Aktionsphase
Im Anschluss an die Demonstrationen soll es ein buntes Straßenfest mit Ideenwerkstätten und eine Vielfalt von Aktionen geben.
Wir wollen in mehreren größeren Gruppen bestimmte Gelände besuchen und über die zukünftige Nutzung vor Ort beratschlagen. Wie bei „Squat Tempelhof“ soll es darum gehen, den öffentlichen Raum für alle nutzbar zu machen.
Gleichzeitig können Kleingruppen ausschwärmen und bestehende Projekte (O2-World, MTV, Hotels) besuchen bzw. stören, die unbemalte Rückseite der Mauer mit eigenen Vorschlägen verschönern, sterile Parks kreativ bepflanzen und die Spree mit Booten oder anderen Geräten befahren.
Am Ende dieser Aktionsphase haben wir hoffentlich das Spreeufer ein klein wenig verändert und die Unterschiede der Interessen zwischen den Anwohner_innen auf der einen und den Investor_innen und dem Senat auf der anderen Seite aufgezeigt. Vielleicht haben wir uns auch das ein oder andere Grundstück angeeignet.
3. Abschlussaktion
Um 18 Uhr sollen alle Leute noch einmal zum Spreeufer kommen und in einer großen, kollektiven Aktion einen gemeinsamen Schlusspunkt unter den Aktionstag setzen.
Da war doch was gewesen: Letzten Freitag nämlich eine der längsten Demos der Welt: von der Eisfabrik in der Köpenicker Straße 40/41 über den Bona-Peiser-Weg an Verdi vorbei (Blick auf das sagenhafte fünf bis zehn Meter breite Spreeufer dort) bis zur Schillingbrücke (Blick auf das abgesperrte Spreeufer vorm Ibis-Hotel). Laut Google.Maps satte 450 Meter!
Nein, im Ernst: Es war um den bevorstehenden Abriss der Kühlhäuser der Eisfabrik gegangen. Die stehen als älteste ihrer Art zwar immer noch unter Denkmalschutz, dürfen aber trotz zerstört werden. Die Mieter/innen im Vorderhaus befürchten aber auch, dass die TLG Immobilien als Eigentümerin Platz schaffen will für irgendein fieses Büroglaspalast-Neubauvorhaben. Das würde nicht nur die Aussicht vermiesen, sondern auch das Interesse der Eigentümer verstärken, die Mieter/innen raus zu ekeln und die Wohnungen in teures Eigentum umzuwandeln.