Archiv für März 2010

Schwarzer Kanal zieht um – und braucht Hilfe!

Weil der Baukonzern HochTief ein Nachbargrundstück mit seiner Konzernzentrale bebauen will, soll der Wagenplatz Schwarzer Kanal der Baulogistik weichen. Schweren Herzens haben sich die Bewohner_innen dazu entschlossen, nach zähen Verhandlungen ein Grundstück des Berliner Liegenschaftsfonds anzunehmen und keine gewaltsame Räumung zu riskieren – oder, so könnte man es auch formulieren: die Option einer gewaltsamen und für den rot-roten Senat unliebsamen Räumung in die Waagschale geworfen, um ein Ausweichgrundstück des Landes zu bekommen. Es soll irgendwo in Neukölln, nahe des S-Bahnrings sein.

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Infoveranstaltung & Aktionsplanung am 12. März

Freitag / 12. März / 19 Uhr
RAW / Theaterlounge / Revaler Str. 99 / Friedrichshain

Im Sommer 2008 stimmten, als Höhepunkt eines breiten Protests gegen Mediaspree, 87% der Anwohner_innen gegen die Bauvorhaben am Spreeufer. Trotzdem gehen die Planungen und Bauaktivitäten munter weiter. Am Osthafen entstehen immer neue Betonblöcke, das alternative Projekt Schwarzer Kanal muss einer Baustelle weichen und weiterhin ist keinerlei soziale oder unkommerzielle Nutzung am Spreeufer vorgesehen.

Die geplanten Projekte werden die Mieten in den anliegenden Gebieten weiter steigen lassen. Sie sind also Beispiele einer Stadtpolitik, die den Fokus auf die Attraktivität für Investoren und den Profit legt und nicht auf die Bedürfnisse der Menschen. Im Gegenteil: Mediaspree und die herrschende Stadtpolitik gründen auf dem Ausschluss all jener Leute, die sich die schicken neuen Bauten nicht leisten können.

Wir wollen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und planen deswegen eine große Aktion im Sommer 2010. Wir wollen uns das Spreeufer selbst aneignen und die Mediaspree-Projekte wieder offensiv angreifen. Bei der Veranstaltung wird über den neuesten Stand vom Spreeufer berichtet und die Aktion vorgestellt. Je mehr Menschen bei der Vorbereitung und der Aktion mitmachen, desto besser wird es uns gelingen, den Investoren und Politikern gemeinsam in die Suppe zu spucken.

Plakat auch digital

Mediaspree entern!Sie sollten in diesen Tagen die Straßen in gelb tauchen, zumindest in den Kiezen rund ums Spreeufer, die wir angeblich für das Projekt „Mediaspree“ hergeben sollen. Hier noch die digitale Version in verschiedenen Formaten und Größen:

als PDF (370KB)
als GIF-Grafik in den Größen 198×280 Pixel, 281×397, 413×584, 562×795 und 843×1192 Pixel

Die bauen das Spreeufer zu…

Als im Januar der zweite Bau des Mode-Showroom-Unternehmens „Labels“ eröffnet wurde, war es ausgerechnet der Friedrichshain-Kreuzberger Bürgermeister Franz Schulz, der sich voll und ganz zur Mediaspree-Entwicklung bekannte:

„Ein solcher Erfolg war am Anfang nicht zu erwarten“, sagt Franz Schulz, der bündnisgrüne Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, und lobt auch die Architektur der Labels-Gebäude. Für die Entwicklung des Gebietes Mediaspree sei dies „ein wichtiger Baustein“. (Tagesspiegel vom 18.1.2010)

Es sollen also weiterhin – ungeachtet der Proteste und des Bürger_innenentscheids – schicke neue Firmen am Spreeufer platziert werden, damit die Aufwertung der angrenzenden Kieze gleich mit vorangetrieben wird. Gentrification lässt grüßen.

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Flyer für 12.3. zum selbst ausdrucken

Hier gibt es die Flyer als PDF zum Ausdruck und Kopieren auf DIN-A4, beidseitig. Dabei möglichst nicht verkleinern lassen, damit die sietenränder nicht verschoben werden und Vorder- und Rückseite nachher auch zusammen passen.

Abgesang auf Mediaspree

Hier gibt es einen Beitrag – mittlerweile auch ein Jahr alt, zur Geschichte und dem Ende des Marketingvereins „Media Spree e.V.“ – natürlich auch eine kleine Geschichte des Widerstands dagegen:
Media Spree – Abgesang auf einen gebrochenen Mythos auf Investorenschreck.

Und dann, ähnlich alt, den Text Wer hat Lust auf Mediaspree? von den Spreepirat_innen, der in der Broschüre „Unter dem Cluster liegt der Strand“ veröffentlicht worden ist (hier auch als PDF). Die Broschüre war von der Hamburger Gruppe Commode zusammengestellt worden und beschäftigt sich daher auch mehrheitlich mit der Hamburger Stadtentwicklung. Hier gibt es eine Leseprobe als PDF und den Text Wachse wachse über alles über den Hamburger Stadtentwicklungsplan „Wachsende Stadt“.

Und wer sich mal damit beschäftigen mag, wie es so im Sonderauschusss zugegangen ist, in dem ja eigentlich die Umsetzung des Bürgerentscheids hätte verhandelt werden sollen, in dem es dann aber nur um ein paar Meter hier und ein paar Bäume und Sträucher da ging: Hier die Berichte der Ostprinzessin, die zunächst als Bürgerdeputierte im Ausschuss saß, dann aber Konsequenzen zog und fortan nur noch als kritische Zuschauerin, wütende Zuruferin und schonungslos direkte Berichterstatterin dem bürokratischen Zirkus beiwohnte.